Das Willkommensfest – die “freie Taufe”

Das Willkommensfest – die “freie Taufe”

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Die Anzahl der kirchlichen Taufen (evangelisch wie römisch-katholisch) geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Immer mehr Eltern verzichten somit auf das in Mitteleuropa am häufigsten anzutreffende Willkommensritual für ihr Baby.

Zugleich ist sehnen sich die frischgebackenen Eltern danach, ihren kleinen Sonnenschein im Kreis ihrer Familie und Freunde willkommenzuheissen sowie ihm einen guten Start ins Leben zu wünschen. Welche Alternative bietet sich jungen Menschen, die sich nicht mit einem christlichen Ritual identifizieren können?

Das „säkulare“ Pendant firmiert unter verschiedenen Namen: Namensfeier, Namensweihe, Willkommensfeier, Willkommensfest oder auch freie Taufe.

Ich persönlich bevorzuge die Bezeichnungen Willkommensfest und Willkommensfeier, da sie am besten zum Ausdruck bringen, um was es der Familie geht. Der neue Erdenbürger wird in seine Familie und deren Freundeskreis aufgenommen.

Auch die Titulierung als Namensfest kann durchaus treffend sein. Viele Eltern wählen den Namen ihres Kindes nicht nur nach dem Klang, sondern auch nach dessen Bedeutung. In der Ansprache kann die Namensbedeutung erläutert und mit guten Wünschen versehen werden.

Die Bezeichnung als freie Taufe empfinde ich persönlich als irritierend, da in einer (noch) christlich geprägten Umgebung sofort Assoziationen mit dem kirchlichen Ritual hochkommen. Und genau diese lehnen die Eltern ja ab.

Inhalt eines Willkommensfestes
Wie wird ein solches Fest nun inhaltlich gefüllt?

Wie jede andere freie Zeremonie ist das völlig offen. Euer freier Redner wird euch diesbezüglich gerne beraten. Möchtet ihr einfach die Freude über die Ankunft eures Babys feiern oder ist es euch wichtig, dass auch Werte genannt werden, die euch als Familie wichtig sind?

Auch können die Familiengeschichte oder die Bedeutung des Patenamtes durch die Zeremonie betont werden.

Ihr müsste nicht einmal einen freien Redner engagieren, auch ein Onkel oder Freund der Familie kann die Zeremonie gestalten.

Was Rituale und Beteiligung durch Freunde und Verwandte anbelangt, ist die Willkommensfeier völlig frei. Als Beispiel seien kurz genannt: Taufkerze, Wunschbaum, Blumen-Ritual.

Und wenn die Religion doch nicht ganz fehlen darf?
Sollten euch religiöse Elemente wichtig sein und ihr beispielsweise gemeinsam ein Vaterunser beten wollen oder eurem Sonnenschein Gottes Segen für seinen Lebensweg mitgeben wollen, können solche Elemente problemlos in die Zeremonie integriert werden. In diesem Fall empfehle ich eine Segnungsfeier. 

Diese ist vom Ablauf her frei und individuell. In der persönlichen Ansprache wird die Begleitung Gottes anhand eines Bibelverses bzw. Einer biblischen Geschichte entfaltet und auf die Situation der Familie zugeschnitten. Anschliessend wird dem Täufling der Segen Gottes (ohne Wasserritual) zugesprochen.

Der Vorteil gegenüber einer kirchliche Taufe besteht darin, dass der Täufling durch ein freies Ritual nicht Mitglied einer christlichen Kirche wird. (Den evangelischen Religionsunterricht dürfen Konfessionslose in Deutschland übrigens dennoch unentgeltlich besuchen. In der Schweiz entstehen je nach Kantonalkirche Kosten).

Als freier Theologe berate ich euch gerne im Hinblick auf Rituale, christliche Elemente usw.

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