Alles wird gut

Alles wird gut

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Ich bin und bleibe ein unverbesserlicher, hoffnungsvoller Optimist. Und das, obwohl in meinem Leben bei Weitem nicht alles nach Plan läuft. Es läuft nicht einmal ansatzweise so, wie ich es mir vorgestellt habe. Das muss ich ganz offen zugeben.

Als wir 2015 nach St. Gallen gezogen sind, war das mit ganz viel Hoffnung verbunden. Endlich der Traumjob und ein Häuschen in ruhiger Wohnlage. Das wird alles wundervoll.

Doch ganz so ist es leider nicht gekommen. Auf meiner Pfarrstelle habe ich mich nicht sonderlich wohlgefühlt. Es gab Konflikte und letzten Endes bin ich nach zwei Jahren gegangen.

Nach einigen Turbulenzen kehrte zwar beruflich etwas Ruhe ein. Doch gesamthaft blieben es bewegte Zeiten. Über zwei Jahre hatte ich mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, wurde mehrmals operiert.

Doch hey, auch diese Zeit liegt inzwischen hinter mir. Doch auch jetzt ist familiär nicht alles so, wie wir es uns vorstellen. Na ja, mit vier Kindern ist auch immer was los. Und dazu kommt, dass wir zum nächsten Jahr noch einmal eine grosse Veränderung planen.

Bei uns ist also immer was los. Das ist einerseits ja schön. Denn Stillstand bedeutet den Tod. Doch andererseits sind Veränderungen auch immer mit Risiken verbunden. Veränderung bietet immer Grund, sich zu fürchten. Doch ich vertraue fest darauf, dass bei uns alles gut wird. Und ich glaube sogar, dass sich die ganze Welt, die momentan ziemlich am Durchdrehen ist, zum Besten entwickeln wird. Ja, da lehne ich mich ziemlich aus dem Fenster. Denn wo die Welt hingeht, das kann ich als Einzelperson nun wirklich nur minimal beeinflussen. Das können selbst wir als Deutsche kaum beeinflussen, egal ob wir demnächst von einer „Zukunftskoalition“ oder eine „Ampel“ regiert werden. Da könnte ich mir jetzt ganz unwichtig, klein und wehrlos vorkommen. Doch ich bleibe dabei: Es wird alles gut!

„In einer Vision sah Jesaja, der Sohn des Amoz, wie es Juda und Jerusalem ergehen wird: Es werden Tage kommen, da steht der Berg mit dem Haus des Herrn felsenfest. Er ist der höchste Berg und überragt alle Hügel. Dann werden alle Völker zu ihm strömen. Viele Völker machen sich auf den Weg und sagen: »Auf, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus, in dem der Gott Jakobs wohnt! Er soll uns seine Wege lehren. Dann können wir seinen Pfaden folgen.« Denn von Zion her kommt Weisung, das Wort des Herrn geht von Jerusalem aus. Er sorgt für Recht unter den Völkern. Er schlichtet Streit zwischen mächtigen Staaten. Dann werden sie Pflugscharen schmieden aus den Klingen ihrer Schwerter. Und sie werden Winzermesser herstellen aus den Eisenspitzen ihrer Lanzen. Dann wird es kein einziges Volk mehr geben, das sein Schwert gegen ein anderes richtet. Niemand wird mehr für den Krieg ausgebildet. Auf, ihr Nachkommen Jakobs, lasst uns schon jetzt im Licht des Herrn leben!“ (Jes 2,1-5).

Auch zur Zeit Jesajas ist die Welt etwas aus den Fugen geraten. Die Grossmächte – das sind immer Ägypten und Assyrer/ Babylonier – kämpfen um die Vorherrschaft und Israel liegt blöderweise genau im Durchzugsgebiet der mächtigen Nationen. Ständig droht Krieg. Nie können die Israeliten sich sicher sein, welche Partei sie unterstützen sollen. Wenn sie sich für die falsche Seite entscheiden, werden sie ganz schnell erobert. Auf gut Deutsch: Es gibt jede Menge Grund, sich Sorgen zu machen.

Jesaja tritt der Angst entgegen. Er prophezeit seinem Volk, dass dieses ewige Kriegsführen eines Tages ein Ende haben wird. Dann werden alle Völker ihre Waffen zu Arbeitsgerät umschmieden. Niemand wird mehr eine Waffe erheben, um jemand anders zu bedrohen. Und alle werden friedlich nach Jerusalem pilgern, um Gott zu ehren. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Deshalb wird es auch noch ein bisschen dauern, bis dieser Zustand eintritt.
Doch die Hoffnung darauf, dass eines Tages alles gut werden wird, motiviert Menschen auf diesen Zustand hinzuarbeiten. „Lasst uns schon jetzt im Licht des Herrn leben!“, ermutigt Jesaja. Denn der Weltfriede wird sich nicht einfach so von selbst einstellen. Es werden Menschen benötigt, die mutig vorangehen, sodass andere ihrem Beispiel folgen und letzten Endes alles gut wird. Und so ganz alleine sind diese Menschen nicht unterwegs, Gott begleitet sie.

Und ich glaube, dass Gott nicht nur die gesamte Menschheit begleitet. Ich glaube, dass er für jeden Menschen ganz individuell da ist. Und darum vertraue ich darauf, dass für mich und meine Familie alles gut wird. Ich glaube das, obwohl wir mit echten Problemen zu kämpfen hatten und für uns ganz sicher nicht alles gut war. Doch auch in dieser schwierigen Zeit habe ich mich nie alleine gefühlt. Und deshalb vertraue ich darauf, dass in Zukunft für uns alles noch besser wird. Wir sind auf dem Weg in eine verheissungsvolle Zukunft und diesen Weg müssen wir nicht alleine gehen. Wir leben schon jetzt in dem Licht, das eines Tages die ganze Welt erfüllen wird.

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