Wie wird man eigentlich glücklich?

Wie wird man eigentlich glücklich?

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Folgende Punkte sind mir zum Thema glückliches Leben wichtig.

1. Etwas vom Leben erwarten

„Nur, weil du stets nach dem verlangt hast, was du gerade nicht hast, weil du missachtet hast, was du hattest, nur darum ist das Leben unglücklich, unerfüllt verronnen“, meint Lukrez.

Das leuchtet mir ein. Wer viel vom Leben erwartet, erlebt mehr Enttäuschungen als der, der sich mit dem zufriedengibt, was er hat. Andererseits strebt der Mensch danach, sich weiterzuentwickeln. „Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben“. Das Leben lieben und so versuchen, das Beste aus dem Weg zu machen, der vor einem liegt, ist Normalste auf der Welt. 

Sich dabei seiner eigenen Begrenztheit und Irrtumsanfälligkeit bewusst zu sein, ist besonders wichtig. Möglichst wenig in das Leben zu investieren, sein eigenes Leben quasi zu beobachten, das wäre der Tod. Das eigene Leben möglichst anteilnahmslos zu führen, macht nicht glücklich. Beständig das Beste von sich zu erwarten und Herausforderungen als Chancen wahrzunehmen, treibt an, lässt einen das Leben spüren. Doch zugleich gilt es dabei eine gewisse Gelassenheit gegenüber Rückschlägen und Irrtümern zu bewahren. Auch Rückschläge sind nichts anderes als Herausforderungen. Sie zeigen uns: So geht es nicht. Daraus ist nun nicht der Schluss zu ziehen, dass es gar nicht geht. Vielmehr gilt es nun neue kreative Wege zu finden, um das Leben weiter zu gestalten.

Wer immer nur dem nachtrauert, was er nicht erreicht hat, ist tatsächlich zu bemitleiden, da er ein unglückliches Leben verbringt. Glücklich ist der, der es wagt, immer wieder neue Wege einzuschlagen. Auch er denkt, dass das Leben nicht so bleiben sollte, wie es ist. Doch er ist bei dem Versuch, das Leben noch schöner zu gestalten, bereits glücklich. Das ist das Geheimnis: Zufrieden sein mit dem, was man hat und dennoch versuchen, noch mehr aus dem Leben herauszuholen.

2. Sich seiner Endlichkeit bewusst sein

Schon wieder Lukrez: „Niemand besitzt Leben zum Eigentum auf Zeit nur ist alles zu nutzen gewährt.“

Das Wissen, dass nichts für immer bleibt, entlastet. Niemand kann das Glück festhalten. Und auch die irdischen Güter sind flüchtig. Alles, was ich mir erarbeitet habe, kann morgen schon wieder verloren sein. Es gilt eine gewisse Gelassenheit gegenüber allem, was man in diesem Leben erreicht hat, aufzubauen.

„Worauf du nun, sage ich, dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott“, sagt Martin Luther in seinem Grossen Katechismus. Wir dürfen weder unserem Besitz noch unserem Erfolg noch unserem Wissen oder sonst irgendetwas einen zu grossen Stellenwert einräumen. Wer sich von irgendeiner Grösse abhängig macht, besitzt sie nicht mehr, sondern wird von ihr besessen. Wer sich nur durch seinen Ruhm, der doch morgen schon wieder Vergangenheit sein kann, definiert, verliert sich selbst, verliert das, was ihn tatsächlich ausmacht. Wer nur für sein Vermögen, sein Äusseres oder what ever lebt, lebt nicht wirklich. Er existiert lediglich für eine andere Sache. Dafür gibt er sich selbst und seine Persönlichkeit auf.

„Meine Lieben, ihr seid Fremde und Gäste in dieser Welt“ (1Petr 2,11), heisst es in der Bibel. Alles, was uns auf dieser Welt begegnet, ist vergänglich selbst unser Körper. Als Gäste dürfen wir die Gaben, die uns das Leben bietet, geniessen. Doch wir wissen dabei, wir werden nicht ewig bleiben. Es ist wunderbar, wenn uns der Aufenthalt auf dieser Erde Freude bereitet, doch wir werden nicht für immer bleiben. Jedes Fest endet irgendwann. Auch der hartnäckigste Gast muss irgendwann gehen.

3. Heimat

Der bei Theologen beliebte Friedrich Nietzsche schreibt:

Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n —
Wohl dem‚ der jetzt noch — Heimat hat!

Nun stehst du starr‚
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt — entflohn?

Die Welt — ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor‚
Was du verlorst‚ macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich‚
Zur Winter-Wanderschaft verflucht‚
Dem Rauche gleich‚
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg’‚ Vogel‚ schnarr’
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! —
Versteck’‚ du Narr‚
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n‚
Weh dem‚ der keine Heimat hat!

Im Leben muss man sich etwas zutrauen. Es ist wunderbar, in die Welt hinauszuziehen, sie zu erobern. Doch auch hier gilt, wer nur in die Ferne zieht, um beispielsweise Karriere zu machen, verliert sich dabei selbst. Irgendwann wird er feststellen, dass die Welt ein „Tor zu Wüsten stumm und kalt“ geworden ist.

Es ist entscheidend, in dieser Welt einen Ort zu finden, an dem man zu Hause ist. Das muss nicht der Geburtsort sein, nicht einmal die Region, in der man aufgewachsen ist. Heimat ist der Ort, an dem sich das Herz zu Hause fühlt. Heimat ist ein Ort, an den man immer wieder zurückkehren kann. Heimat ist ein Ort, an dem Menschen sind, mit denen man Freud und Leid teilen kann. In der Heimat ist man verwurzelt. Manchmal fliegt man weg von ihr. Doch im Herzen weiss man, dass man immer an diesen Ort zurückkehren kann.
Wer solch einen Ort nicht kennt, fühlt sich entwurzelt, irrt ziellos durch die Welt und läuft so auch am Glück vorbei.

Es gäbe sicher noch viel mehr zu sagen z.B. Zum Thema Familie oder Freundschaft. Welches Thema ist dir noch wichtig? Was hilft dir dabei, ein erfülltes Leben zu führen?

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