Die Taufe – Gott geht mit

Die Taufe – Gott geht mit

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Mit der Institution Kirche haben die meisten Menschen heute nicht mehr viel am Hut. Das heisst nun allerdings nicht, dass sie keinen persönlichen Glauben haben, sich nicht mit Gott verbunden fühlen. Die grossen Umbrüche des Lebens wie die Geburt eines Kindes, die eigene Hochzeit oder das Abschiednehmen, wenn ich bei einem lieben Menschen der Lebenskreis geschlossen hat, möchten sie in der Gewissheit, dass sie von einer höheren Macht behütet sind, begehen.

Als freier Theologe freue ich mich, Menschen verschiedner Glaubensüberzeugungen auf ihrem Lebensweg zu begleiten. In Leid und Schmerz bin ich ganz für sie da. Ich bin für die Menschen der richtige Ansprechpartner, die sagen: „Ach, weisst du, wir sind ja eigentlich keine Kirchgänger, aber der Segen Gottes ist uns doch wichtig…“ Ich freue mich auf Menschen, die eine religiöse Institution ablehnen, zugleich aber Wert auf spirituelle Elemente bei Feiern anlässlich der Geburt eines Kindes, der Eheschliessung oder einer Beerdigung legen. 

Ich freue mich, euch zur Seite zu stehen. Jesus sagt: „Wer Durst hat, soll kommen! Wer will, bekommt das Wasser des Lebens geschenkt“ (Offenbarung 22,17). Übergänge des Lebens wie Geburt, Trauung und Tod sind solche Wendepunkte, in denen Menschen sich nach (religiösen) Riten sehnen. In diesen Momenten wird spürbar, dass das Leben mehr ist als das, was wir sehen. Wer eine kurze Rast einlegen möchte, um vom Wasser des Lebens zu trinken, bevor er seinen Weg weitergeht, ist herzlich eingeladen sich mit mir auszutauschen und die Feier zu geniessen. Danach kann er seinen Weg gestärkt wieder unter die Füsse nehmen. Dabei darf er wissen, dass Gott ihn jederzeit begleitet.

Doch warum sollten Übergänge des Lebens überhaupt gefeiert werden? Was spricht für ein Willkommensfest mit religiöser Komponente?

Die Ankunft eines neuen Erdenbürgers verändert das gesamte Familienleben. Aus einem Paar, das bisher seine gesamte Freizeit zusammen verbringen konnte und sich nur um die Belange des Partners kümmern musste, wird eine Familie. Das bringt trotz Planung erst mal alles durcheinander. Das Paar steht vor der Herausforderung, sich neu zu organisieren, den Alltag neu zu planen und das Leben nun auf andere Art zu geniessen. Das ist selbstverständlich trotz aller Herausforderungen eine wunderschöne Sache. Das Leben wird durch den kleinen Sonnenschein farbenfroher und aufregender.

Genau diese Veränderung des Lebens wird mit der Taufe gefeiert. Daher geht es bei der Taufe nicht nur um den Täufling, sondern um die ganze Familie, die nun vielmehr Freude erleben wird und zugleich mehr Verantwortung zu tragen hat.

Daher wird in der Taufe beiden, dem Täufling sowie den Taufeltern und Paten, der Segen Gottes zugesprochen. 

Der Segen ist für mich ein Zuspruch an den Täufling sowie die gesamte Familie: Euer gemeinsamer Lebensweg unter Gottes Schutz steht. Wer gesegnet ist, geht mit Gott, egal, was das Leben für ihn bereithält. Oder wie Paulus sagt: «Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn» (Röm 8,38). Wer auf den Segen Gottes vertraut, weiss sich von Gott getragen, egal, was in diesem Leben auf ihn zukommt.Kurz: Segen setzt Glauben voraus. Den Glauben daran, dass Gott ihn durch sein Leben begleitet, auch wenn trotz des Segens nicht alles wie am Schnürchen läuft. Der Segen ist keine Zusage eines gelingenden Lebens, sondern die Zusage, dass Gott den Täufling und seine Familie durch ihr Leben begleitet durch Höhen und Tiefen. Der Segen sagt aus: Gott ist da, jederzeit ist er ansprechbar. 
Wer sich gesegnet weiss, zeigt dies dadurch, dass er das Leben anpackt und im Vertrauen auf Gott auch die schwierigen Phasen anpackt.

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