Gedanken über den Tod

Gedanken über den Tod

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Über kaum ein Thema wird mehr nachgedacht und weniger gesprochen als über den Tod. Einerseits fasziniert das Thema, andererseits macht der Tod Angst. Wir verlieren die Kontrolle. Was der Tod definitiv bedeutet, kann niemand sagen. Er sprengt unsere Vorstellungskraft. Wir können uns schlicht und ergreifend nicht vorstellen, was es bedeutet, dass unsere irdische Existenz endet. 

So kennt jeder die Zeiten, in denen er grübelt und überlegt, was von ihm wohl bleiben wird. Welchen Eindruck hinterlasse ich? Und selbstverständlich taucht auch die Frage aus, wie geht es nach dem Tod weiter, falls es überhaupt weitergeht.

Der antike Philosoph Seneca beantwortet die Fragen wie folgt: Der Tod bedeutet Nichtsein. Wäre es wohl nicht töricht, glauben zu wollen, es sei schlimmer für die Lampe, wenn sie erloschen ist, als bevor sie angezündet wird. Auch wir werden angezündet und erlöschen wieder… Vorher und nachher ist tiefe Ruhe.“

Diesen Gedanken empfinde ich einerseits als sehr schön. Denn er bringt die Unverfügbarkeit des Lebens zum Ausdruck. Wir entscheiden nicht, wann wir geboren werden und ebenso wenig entscheiden wir, wann wir wieder gehen. Und wenn wir aus dieser Welt scheiden, kehren wir in den Urzustand der Ruhe zurück.

Andererseits greift mir der Vergleich zu kurz. Wir Menschen sind eben keine Lampen. Eine Lampe kann man immer wieder anknipsen. Wenn ein Mensch stirbt, ist er unwiederbringlich aus der Welt genommen. Ausserdem haben wir den Vor- oder Nachteil, dass wir als Menschen empfindsame und denkende Wesen sind. Wir sind nun einmal so veranlagt, dass wir uns über uns selbst Gedanken machen. Und als reflektierende Wesen machen wir uns sogar Gedanken über das, was über unsere Lebenszeit hinausgeht: „Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“, heisst es in Prediger 3,11.

Ich persönlich kann mich schlicht und ergreifend nicht damit zufriedengeben, dass mit dem Tod alles vorbei sein soll. Ruhe hin, Ruhe her ich hoffe doch, dass wir für mehr geschaffen sind, als ein irdisches Leben. 

Jesus verwendet ein schönes Bild für den Himmel, den Ort, an dem wir weiterzuleben hoffen: »Lasst euch im Herzen keine Angst machen. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: ›Ich gehe dorthin, um für euch einen Platz vorzubereiten‹? Und wenn ich dorthin gegangen bin und für euch einen Platz vorbereitet habe, werde ich wiederkommen. Dann werde ich euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Ihr kennt ja den Weg zu dem Ort, wo ich hingehe« (Joh 14,2ff).

Nach unserem Tod nimmt Jesus uns zu sich. Wir kommen an einen Ort, an dem Jesus schon alles für uns vorbereitet hat. Der Tod ist keine angsteinflössende Grösse, sondern nur ein Schritt auf dem Weg nach Hause. 

Ich finde es tröstlich zu wissen, dass Jesus am Ende unseres Lebens auf uns wartet. Er nimmt uns in unserer ewigen Heimat auf. Und dort gibt es viele Wohnungen. Wir werden all die lieben Menschen, die uns vorausgegangen sind, wiedersehen.

An dem Tag unseres Todes findet unser Herz Ruhe und Heimat in Gott. Am Ende unseres irdischen Lebens finden wir den Weg nach Hause in Gottes Ewigkeit.

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