Das Leben ist sinnlos

Das Leben ist sinnlos

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Eine uralte philosophische Frage lautet: Was ist der Sinn des Lebens?

Die Antwort ist so einfach wie erschreckend: Das Leben ist sinnlos. Dem Leben so allgemein kommt kein Sinn zu, ausser vielleicht weiterzuleben.

Ganz anders fällt die Antwort aus, wenn ich frage: Was ist der Sinn meines Lebens? In diesem Fall wäre es tatsächlich schrecklich, wenn ich zu der Antwort käme, dass mein Leben sinnlos ist. Doch den ganz individuellen Sinn für mein persönliches Leben kann ich nur selbst ergründen. So ganz generell über den Sinn des Lebens lässt sich keine Aussage treffen. Es liegt an mir, mir darüber klar zu werden, was ich vom Leben erwarte, was ich mir erhoffe und was ich mit meinem Leben bewirken möchte.

Ein wunderschönes Beispiel für einen Menschen, der in seinem Leben einen Sinn entdeckt hat, ist die Geschichte von Mose. In groben Zügen ist euch die Geschichte sicher geläufig:
Mose wird in Ägypten als Sohn einer israelitischen Familie geboren. Er wird als kleines Kind von seiner Mutter in einem Weidenkörbchen am Nilufer ausgesetzt. Denn der Pharao hat den Befehl erlassen, alle männlichen israelitischen Babys sofort nach der Geburt zu töten.

Glücklicherweise wird er von der Tochter des Pharao gefunden und findet Aufnahme im Palast. Dort wächst er heran und führt ein unbeschwertes Leben. Doch trotz allem Luxus empfindet Mose dieses Leben nicht als sinnvoll.

Eines Tages, als er ausserhalb des Palastes unterwegs ist, muss er mitansehen, wie ein Ägypter einen Israeliten quält. Kurzerhand erschlägt er den Ägypter und flieht in ein fremdes Land. Er wird freundlich aufgenommen, heiratet sogar und findet eine Anstellung als Hirte. Doch die Erfüllung ist diese Aufgabe nicht.

Eines Tages kommt Mose, als er mit seiner Herde unterwegs ist, an einen Berg. Auf diesem Berg entdeckt er eine merkwürdige Erscheinung: Dort steht ein Dornenbusch in Flammen und verbrennt doch nicht. Da Mose ziemlich neugierig ist, nähert er sich dem Busch. Da ertönt eine Stimme: „Komm nicht näher! Zieh deine Schuhe aus! Der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land“ (2. Mose 3,5). Einem sprechenden Dornenbusch gehorcht man besser und so zieht Mose seine Schuhe aus.

Und nun erzählt ihm der Dornenbusch, dass er Gott ist und das Leid der Israeliten gesehen hat. Kurzerhand ernennt der brennende Busch Mose zum Wortführer der Israeliten. Mose wehrt sich zunächst: Wer bist du überhaupt? Soll ich den Israeliten sagen, dass mich ein brennender Dornenbusch geschickt hat? Ausserdem glaubt mir sowieso niemand und reden kann ich auch nicht so gut. Gott zerstreut diese Bedenken und Mose zieht los.

Die Aufgabe, die Gott Mose zugeteilt hat, wird ihn immer wieder zweifeln lassen. Immer wieder wird Mose sich fragen: Bin ich der Richtige für diese Aufgabe? Kann ich das schaffen?

Doch zugleich hat die Aufgabe ihn immer wieder angetrieben. Denn Mose weiss: Mein Leben hat einen Sinn. Der Sinn meines Lebens ist es, für mein Volk da zu sein. Mose hat sein Leben als sinnvoll empfunden und das nicht deshalb, weil Gott ihm etwas befohlen hat. Er hat sein Leben als sinnvoll empfunden, weil er sich mit dem Auftrag Gottes identifiziert hat. Und so hat Mose sein ganzes Leben diesem Sinn gewidmet.

Von Mose können wir eines lernen: Im Leben muss es nicht wie am Schnürchen laufen. Aufs und Abs gehören zum Leben dazu. So lange wir in unserem Leben einen Sinn erkennen, können uns die Tiefen, durch die wir hindurch müssen, nichts anhaben. Wer sein Leben als sinnvoll empfindet, macht weiter und kämpft sich aus der Tiefe hinaus.

In diesem Sinn wünsche ich uns allen, dass wir den Sinn unseres Lebens finden und ihm so zielstrebig nacheifern, wie Mose es getan hat.

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