Fürbitten persönlich und konkret

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Die Fürbitten kennt ihr selbstverständlich alle von eurem sonntäglichen Kirchgang. Gegen Ende des Gottesdienstes spricht die Gemeinde unter Anleitung des Pfarrers ein meist recht unkonkretes Gebet. Dem lieben Gott werden all die Menschen anbefohlen, für die man selbst gerade nichts tun kann oder möchte. «Wir bitten dich für alle Kranken… Einsamen… Verfolgten…».

Was ist nun aber der eigentliche Sinn des Fürbittgebets und wie kann es im Rahmen einer Trauzeremonie treffend und persönlich formuliert werden?

1. Die Bedeutung der Fürbitte

Die Fürbitte hat viel mit dem Segen gemeinsam. Wenn wir für Menschen beten, wünschen wir ihnen damit alles Gute. Dabei ist uns bewusst, dass wir nicht alles, worum wir bitten, selbst bewerkstelligen können. Wenn im Rahmen einer Trauung gebetet wird: «Wir bitten dich, lass die Liebe von Braut und Bräutigam weiter wachsen». Weiss der Beter, dass er selbst nur relativ wenig Einfluss darauf hat, ob diese Bitte in Erfüllung geht. Das Brautpaar kann schon mehr dazu beitragen, dass die Beziehung gelingt und die Liebe sich entwickelt. Doch letzten Endes bleibt die Liebe etwas Unverfügbares. Darum wird das Wachsen der Liebe im Fürbittgebet Gott anvertraut. Denn Christen glauben, dass Gott die Bemühung des Paares segnet. Wenn das Paar sich Zeit füreinander nimmt, die Beziehung pflegt. Dann wird Gott, so die Hoffnung, seinen Teil dazu beitragen, dass die beiden ihre Beziehung als inspirierend und wohltuend erfahren.

In der Fürbitte bringen wir also Wünsche vor Gott, deren Eintreten wir nicht selbst bewerkstelligen können.

Zugleich ist das Gebet auch immer eine Selbstverpflichtung. Wenn ein Freund für das Paar betet: «Stell ihnen Menschen zur Seite, die sie in ihren Vorhaben unterstützen…», sagt der damit: «Ich möchte und werde selbst einer dieser Menschen sein. Ich bin für euch da.» Glaube und Hoffnung gehen Hand in Hand mit der Übernahme von Verantwortung und Handeln. Mit einfachen Worten: Gott handelt in dieser Welt ausschliesslich durch Menschen. Gebete sind also auch Selbstaufforderung und -verpflichtung zum Handeln. Die Bibel sagt es so: «Was hilft`s, Brüder und Schwestern, wenn jemand sagt, er habe Glauben und hat doch keine Werke? Kann der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber» (Jakobusbrief 2,14-17).

Anders ausgedrückt: Wer betet, aber seine Worte nicht Wirklichkeit werden lässt, ist ein frommer Schwätzer. Freunde schwingen nicht nur tolle Reden, sondern stehen dem Paar mit Rat und Tat zur Seite. Die Fürbitte ist für den Beter also auch eine Erinnerung an seine Pflichten als Freund.

2. «Fürbitten» im Rahmen einer säkularen Feier

Auch in weltanschaulich neutral gehaltenen Feiern haben Verwandte, Trauzeugen und Freunde oft das Anliegen, dem Paar Glück und Gelingen für das gemeinsame Leben zu wünschen.

Ihre Wünsche können sie in Anlehnung an das Fürbittgebet formulieren: «Liebe Braut, lieber Bräutigam ich wünsche euch viele schöne Momente, dass ihr in eurem Partner immer das beste seht… ich verspreche euch, euch auf eurem gemeinsamen Weg als treuer Freund zur Seite zu stehen…»

Bei einer Trauung mit wenigen Gästen kann alternativ auch ein Wunschband verwendet werden: Die Eheringe werden an einem Band durch die Reihe der Gäste gegeben. Die Gäste können den Ring in der Hand halten und dem Paar einen guten Wunsch auf den Lebensweg mitgeben.

Eine weitere Möglichkeit gute Wünsche zu formulieren und zu sammeln stellt die Schatzkiste dar: Jeder Gast findet auf seinem Sitzplatz einen Stift und ein schönes bunter Stückpapier (möglicherweise Herzform) vor. Die Gäste werden gebeten, während eines Musikstückes gute Wünsche für das Paar zu notieren. Anschliessend werden die aufgeschriebenen Wünsche eingesammelt und in einer Schatzkiste verwahrt. So hat das Paar jederzeit die Möglichkeit, die guten Wünsche anzuschauen, sich über diejenigen zu freuen, die bereits Wirklichkeit geworden sind und die übrigen zu verwirklichen.

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