Die christliche Bestattung – Ein Ablauf

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Heute stelle ich Ihnen den klassischen Ablauf einer christlichen Abschiedsfeier vor. Die Reihenfolge kann variieren. In manchen Regionen ist es üblich, zuerst die Bestattung vorzunehmen und anschliessend im Rahmen eines Gottesdienstes des Verstorbenen zu gedenken. Und selbstverständlich wird die Beerdigung gemäss Ihren Wünschen gestaltet. Ich hoffe, Ihnen ein paar brauchbare Ideen an die Hand zu geben.

A Kirche/ Trauerhalle

Präludium
Zu Beginn des Abschiedsgottesdienstes ist die gesamte Trauergemeinde bereits in der Kirche/ der Trauerhalle versammelt. Die Angehörigen sitzen in den vorderen Bankreihen. Die Abschiedsfeier beginnt mit einem Musikstück.

Begrüssung mit Votum
Nach dem Votum „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ begrüsst der Prediger die Trauerfamilie sowie die Gemeinde. Anschliessend wird eine kurze tröstende Stelle aus der Bibel verlesen z.B.: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebräerbrief 13,14).
Oder: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12).

Wenn ein Text, der auf das göttliche Licht verweist, verlesen wird, kann im Anschluss zum Gedenken an den Verstorbenen eine Kerze (die Taufkerze) entzündet werden.
Die Taufe symbolisiert den Beginn des christlichen Lebens und spricht dem Getauften die Begleitung Gottes durch sein irdisches Leben und darüber hinaus zu. Das Entzünden der Taufkerze verdeutlicht, dass der Weg Gottes mit dem Tod nicht endet.

Gebet oder Gedicht
Im Anschluss spricht der Prediger ein Gebet, welches die Trauer der Hinterbliebenen aufnimmt und zugleich auf die christliche Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod verweist.

Alternativ kann ein tröstendes Gedicht verlesen werden.

Zwischenspiel (optional)

Schriftlesung
Nun folgt eine längere Schriftlesung z.B.: Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!  (Offb 21,3-5)

Lied (optional): So nimm denn meine Hände

Lebenslauf (optional)
Falls gewünscht, kann nun von einem Familienmitglied oder dem Prediger ein Lebenslauf verlesen werden.
Der Lebenslauf wird in vielen Fällen in die Predigt integriert.

Lied (Optional): Von guten Mächten

Predigt/ Ansprache
Die christliche Traueransprache würdigt die Biographie des Verstorbenen, wobei Brüche und Misslungenes nicht verschwiegen werden: «N.N., der auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden hatte und der seinen Weg konsequent ging, mag wohl auch an Extrem- und Wendepunkten seines Lebens – genauso wie auch der Psalmbeter (Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen (Ps 37,5) – immer wieder an den Punkt gekommen sein, an dem ihm bewusst wurde, dass auch er seinen Weg letztendlich nicht selbst bestimmen kann. Vielleicht hat er nicht darüber geredet. Vieles konnte er selbst meistern und selbst bestimmen. Aber in den dunklen Tälern seines Lebens war es ein anderer, der ihn an seine Hand nahm und den Weg mit ihm ging“ (Pfr. Martin Gross). Aus theologischer Sicht tröstet uns die Hoffnung, dass der Gott, der den Verstorbenen ins Leben gerufen und ihn in allen hoffnungs- wie sorgenvollen Stunden seines Lebens begleitet hat, ihm auch über den Tod hinaus die Treue hält. „Weil wir wissen dürfen, dass Gott für uns einsteht und uns durch unser Leben begleitet, dürfen wir vertrauensvoll durch das Leben gehen. Es ist nicht so, dass uns nicht hin und wieder ein Unwetter überrascht. Es ist nicht so, dass bei uns Christen immer alles eitel Sonnenschein wäre. Aber wir dürfen wissen: Gerade in den Krisen, den Unwettern unseres Lebens ist Gott da“ (Daniel Kiefer). So verbindet die Ansprache biographische Elemente mit der christlichen Hoffnung auf die Auferstehung der Toten.
Trost wird dadurch gespendet, dass der Verstorbene mit seinem Leben ernst genommen und gewürdigt wird und seine persönliche Biographie zugleich mit dem Heilswillen Gottes verknüpft wird.

Zwischenspiel (optional)

Gebet (oder Gedicht)

Gang zum Grab mit musikalischer Unterlegung
Klassisch eingeleitet mit: „So lasst uns nun unseren Bruder/ unsere Schwester N.N. zu seiner/ ihrer letzten Ruhestätte geleiten. Gottes Segen sei mit uns auf diesem schweren Weg.“

B Beisetzung

Votum
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen.

Biblisches Geleitwort
Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. (Joh 11,25f.)

Einsegnung mit Erdwurf
Nachdem der Sarg/ die Urne in die Erde abgelassen wurde, wird dem Verstorbenen ein Segen zugesprochen: „Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen“ (Psalm 121,8).

Im Anschluss gibt der Prediger dreimal Erde über den Sarg/ die Urne. Ich spreche dazu folgende Worte: „Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde hat unseren Bruder/ unsere Schwester N.N. aus diesem leben abberufen. Er spricht: Von der Erde bist du genommen, zu Erde sollst du wieder werden und aus der Erde sollst du wieder auferstehen. (klassisch: Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub).

Wir aber sind gewiss, dass Jesus Christus, unser Herr und Heiland, N.N. und uns alle wird auferwecken an seinem großen Tag. Sende Herr, deinen Heiligen Geist, dass er uns und alle Welt neu schaffe, wie du gesagt hast. Amen.“

Vaterunser
Das Gebet, das die Christenheit eint.

Segen
(Zum Thema Segen habe ich einen Blogbeitrag verfasst).

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