Die Taufe – Ein Ablauf

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Die Tauffeier – Ein Ablauf

Ihr seid (vor Kurzem) Eltern geworden. Ihr möchtet dieses Ereignis gebührend feiern und euer Kind unter den Segen Gottes stellen? Dann findet ihr hier einen möglichen Ablauf für eine christliche Traufe:

Eingangsmusik (mit Einzug des Täuflings mit Eltern)
Eine christliche Taufzermonie beginnt in aller Regel ganz klassisch: Das Der Täufling zieht auf dem Arm von Vater oder Mutter zu einem Musikstück in die Kirche ein.
Eigentlich läuft der Pfarrer/ freie Theologe dabei voraus. Seitdem mich einmal ein Fotograf bei einer Trauung vehement darum gebeten hat, das Brautpaar doch vorne in Empfang zu nehmen, da ich beim Einzug nur stören würde, traue ich mich jedoch fast nicht mehr, diesen Brauch in die Tat umzusetzen…
Selbstverständlich kann auf den Einzug auch verzichtet werden. In diesem Fall sitzen die Taufeltern mit ihrem Kind zu Musikstück bereits auf ihrem Platz.

Begrüssung
Nachdem die Feiernden Platz genommen hat, begrüsst der Pfarrer/ Theologe die Festgemeinde. Die klassische Begrüssung (Votum) lautet: «Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.»

Lied (optional)

Gebet

Lesung: Mk 10,13-16
Als klassischer Tauftext wird das «Kinderevangelium» (Markusevangelium Kapitel 10) verlesen. Der Text beschreibt zwar keine Taufe, jedoch die Annahme der Kinder durch Jesus. Genau das veranschaulicht die spätere Taufhandlung: Die Annahme des Täuflings durch Gott.

Hier noch der Text Mk 10,13-16:
Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an.Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Vorschlag Tauflied: Er hält die ganze Welt/ He`s got the whole world

Taufansprache
Die Reformatoren (Martin Luther, Ulrich Zwingli, Johannes Calvin u.a.) haben die Predigt in das Zentrum des Gottesdienstes gerückt.
Die christliche Taufansprache zeichnet sich – ich kann hier natürlich nur für mich sprechen – durch die Verknüpfung eurer persönlichen Lebenserfahrung sowie eurer Hoffnung auf ein gelingendes Familienleben mit der christlichen Botschaft aus. Die Erfahrung der Aufnahme eines Babys in eure Familie wird in einen weiteren Horizont gestellt.
Ich verknüpfe eure Hoffnungen und Wünsche für Euer Kind bzw. Eure Familie, die wir im Taufgespräch erarbeitet haben, mit der christlichen Hoffnung auf Gottes Begleitung durch euer Leben. Gott wird Eurem Kind immer nahe sein, egal wohin es geht.

Musikalisches Zwischenspiel (optional)

Einsetzungsworte
Nach biblischer Überlieferung hat Jesus seine Jünger und damit auch uns beauftragt, Menschen auf den Namen des dreieinigen Gottes zu taufen. So wird nun vor der Taufe der «Tauf- und Missionsbefehl» verlesen:
«Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende» (Matthäus 28,19ff.).

Tauffrage an Eltern und Paten
Nun werden die Eltern und Paten, deren Aufgabe es ist, die Eltern bei der christlichen Erziehung des Täuflings zu unterstützen, sowie die gesamte Festgemeinde gefragt, ob sie bereit sind, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen, ihm in Glaubensfragen Rede und Antwort zu stehen und ihm die christlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung und Liebe) vorzuleben.

Taufe
Nachdem Eltern, Paten und Gemeinde sich dazu bereit erklärt haben, erfolgt die eigentliche Taufhandlung. Der Kopf des Täuflings wird dreimal mit Wasser übergossen. Dabei sagt der Pfarrer/ Theologe: «Ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.»
Durch diesen Akt wird dem Täufling der Segen Gottes zugesprochen. Insofern es sich um eine kirchliche Taufe handelt, wird der Täufling durch die Taufe in die Kirche aufgenommen.

Fürbitten/ gute Wünsche
Fürbitten kennt ihr ja von eurem sonntäglichen Kirchgang.
Auch hier bietet sich eine wunderbare Möglichkeit, Freunde und Verwandte in die Zeremonie zu integrieren.
Bei der Gestaltung der Fürbitten steht euch euer Theologe gerne mit Rat und Tat zur Hilfe.
Die Fürbitten/ guten Wünsche für den Täufling sollten persönlich formuliert sein. Entscheidend ist, dass ihr mit dem Herzen sprecht. Sagt, was ihr dem Täufling mitgeben möchtet, nicht das, was ihr denkt, dass es der Pfarrer oder sonst jemand erwartet.

Entzünden der Taufkerze
Ich verbinde das Entzünden der Taufkerze mit Johannes 8,12: «Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» Die Kerze ist ein Symbol, dass Gottes Licht den Täufling auf allen Wegen begleiten wird.
Ferner ist es eine schöne Tradition, die Taufkerze jeweils am Tauftag zu entzünden und dem älter werdenden Kind zu erklären, warum es getauft wurde und was den Eltern die Taufe bedeutet.

Segen für Eltern und Paten
Der Pfarrer/ Theologe bittet um Gottes Segen für Eltern und Paten. Sie sollen sich in Beziehung und Erziehung von Gott begleitet erfahren. Gott ist bei ihnen, in allem, was sie tun. Es wird beispielsweise Weisheit für die Erziehung und Bereitschaft zur gegenseitigen Annahme und Unterstützung erbeten.

Liedvorschlag: Du bist du (Der Clou)

Fürbitten + Vater Unser
Mit einem kurzen Gebet sowie dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser nähern wir uns langsam dem Ende der Trauzeremonie.

Mitteilungen
Falls der Festgemeinde noch etwas mitgeteilt werden muss, gerne.

Segenslied (optional)

Segen
Zum Ende der Zeremonie bekommt die gesamte Festgemeinde den Segen Gottes zugesprochen.
(Einen ausführlicheren Text zum Thema Segen findet ihr in einem weiteren Blogbeitrag)

Ausgangsmusik

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